Die Preisbildung bei Flugtickets

Drastische Veränderungen der Flugticketpreise in den letzten Jahren

Wie kommt der Ticketpreis zustande? fotolia
Inhaltsverzeichnis
    Wenn man die zeitliche Entwicklung der Flugpreise beobachtet, fällt auf, dass die Flugpreise im Laufe der Zeit eine sinkende Tendenz aufweisen. Jedoch stellt man gleichzeitig fest, dass die Preisgestaltung nicht einheitlich geformt wird.

    Faktoren der Preisbildung

    Die Preisbildung von Flugtickets wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen neben der Fluglänge und der Länge der gesamten Reise auch Umstände wie der Wochentag der Buchung und des Reiseantritts, welche Flughäfen angeflogen werden, in welcher Saison geflogen wird, ob der Flug innerhalb relevanter Ferienzeiten liegt und nicht zuletzt wie früh gebucht wurde. Zwar bleibt der Preis des Treibstoffs für die Flugzeuge immer noch eine Hauptkonstante in der Preisgestaltung der Flugreisen, aber die zunehmende Mobilität der Flugreisenden aufgrund der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung weltweit wirkt sich ebenso auf die Preispolitik der Fluggesellschaften aus. Deshalb treten saisonal bedingte Preissenkungen der Flüge nur noch kaum spürbar auf. Neben dem Kerosinpreis übt der Konkurrenzkampf zwischen klassischen Fluggesellschaften und Billigfluggesellschaften heute den größten Einfluss auf die Flugpreissenkung aus.

    Preissenkung durch Air Berlin-Insolvenz

    Ein verspätetes Weihnachtsgeschenk

    Laut Handelsblatt explodierten die Preise für Flugtickets Ende Oktober 2017, gleich nach der Betriebsschließung von Air Berlin. Als Air Berlin im Januar 2018 endgültig ihre Aktivitäten aufgab, sanken die Flugpreise im Vergleich zu November 2017 deutlich. Die Flugpreise waren sogar so günstig, dass sie laut Handelsblatt mit einem „verspäteten Weihnachtsgeschenk für Flugreisende“ verglichen werden konnten. Diese Preissenkung war ein Nachweis dafür, dass der starke Wettbewerb unter den deutschen und internationalen Airlines wiederbelebt wurde. Die Lufthansa wurde massiv für die deutliche Preissteigerung einiger Strecken in Deutschland nach Betriebsschluss von Air Berlin im Oktober 2017 beschuldigt. Der deutsche Luftfahrtkonzern erwiderte, dass in jenem Zeitraum keine Änderung des Preissystems von der Fluggesellschaft vorgenommen wurde. Daraufhin folgte eine Untersuchung nach einem möglichen Marktmissbrauch durch das Kartellamt.

    Untersuchung des Kartellamts

    Damals ereignete sich eine erhöhte Nachfrage, die das stark reduzierte Angebot nur schwer bewältigen konnte. Die automatische Berechnung der Flugpreise nach der Sitzplatzverfügbarkeit hatte zur Folge, dass Passagiere bei kurzfristigen Buchungsanfragen deutlich mehr für den Flug bezahlen mussten, da fast alle Flugplätze bereits vergeben waren. Darüber hinaus zeigte sich, dass der harte Wettbewerb der Schlüssel zur Preisentwicklung ist. Denn die Preispolitik passt sich an eigenen Kapazitäten und an den Angeboten der Konkurrenten an. So könnte die erfolgreiche Übernahme der Air Berlin-Tochter Niki durch die Billigfluggesellschaft Vueling den Wettbewerb an den deutschen Flughäfen auch für weitere Strecken verstärken.

    Preisfaktor Kerosin

    Dass der Treibstoffpreis Auswirkung auf den Preis der Reisen mit dem Flugzeug hat, bezweifelt niemand. Die Fluggesellschaften werden aber unterschiedlich stark von der Entwicklung des Kersosinpreises beeinflusst. Die etablierteren Fluggesellschaften unterliegen mit dem Kauf von Kerosin einem größeren Risiko als die Billigfluggesellschaften. Andererseits hängen die Flugpreise besonders bei den Billigfluggesellschaften vom Kerosinpreis ab. Eine Reduzierung des Kerosinpreises bedeutet nicht gleichzeitig die Reduzierung der Flugpreise bei allen Fluggesellschaften – oder zumindest nicht im gleichen Maße. Etabliertere Fluggesellschaften kaufen oft eine bestimmten Menge an Kerosin vorab, um den Verbrauch für ihre Flugzeuge über einen langen Zeitraum hinweg abdecken zu können. Genauer gesagt, kaufen sie nicht die ganze Menge, die sie für eine längere Zeit brauchen, sondern sie sichern sich eine Kerosinmenge zum Anfangspreis. Für die Fluggesellschaften kann dies durch den niedrigeren Preis des Treibstoffs zum Vorteil werden.

    Nachteile der Kerosin-Flatrate?

    Jedoch bringt diese Methode auch Nachteile mit sich, da die Reservierung von größeren Kerosinmengen weitere Kosten wie z. B. hohe Versicherungsgebühren verursacht. Deshalb verzichten viele etablierte Fluggesellschaften auf diese Möglichkeit und nehmen eine Preissteigerung in Kauf. Bei den klassischen Fluggesellschaften betragen die Kosten des Treibstoffs 25% der Gesamtkosten. Deswegen können sie ihre Flugpreise auch im Falle günstigeren Kerosins nicht enorm reduzieren.

    Bei den Billigfluggesellschaften hingegen beeinflusst der Kerosinpreis wesentlich die Preisgestaltung, da die Kerosinkosten den größten Anteil in den Gesamtkosten haben. Charakteristisch dafür ist die Aussage des Chefs von Ryanair, Michael O’Leary, bei der Zeitung Tagesanzeiger im Jahr 2015, dass der niedrige Ölpreis seinem Unternehmen im kommenden Jahr helfen werde und dass die Billigfluggesellschaft plane, diese Kostenersparung an ihre Kunden weiterzugeben.

    Einfluss der Billigfluggesellschaften auf die Flugpreise

    Seit dem Eintritt der Billigfluggesellschaften an den Flugverkehrsmarkt verschärfte sich die Konkurrenz der Fluggesellschaften weltweit und insbesondere in Europa, wo die meisten Billigfluggesellschaften ihre Unternehmenssitze haben. Die klassischen Fluggesellschaften versuchen, ihre hohen Qualitätsstandards bei teils niedrigeren Preisen einzuhalten. Die Billigfluggesellschaften schafften den Komfort und die Gewohnheiten einer gemütlichen Flugreise ab. Dazu streben sie immer mehr danach, die modernsten Flugzeuge, die weniger Treibstoff verbrennen, zu erwerben. Sie müssen die Kosten für den Treibstoffkauf, aufgrund ihrer Preispolitik der ständigen Preisreduzierungen, stets niedrig halten.

    Entschädigungsrechte bei der Buchung von Billigfluggesellschaften

    Billigfluggesellschaften werden aufgrund ihrer totalitären Low-Budget-Politik oft mit Personalmangel und Streiks konfrontiert. Die Taktik der Billigfluggesellschaften besteht in der Regel darin, bei Streiks ihres Personals zwar den Flugpreis zurückzuerstatten, aber nicht den Fluggast zu entschädigen. Jedoch stellen ein Streik des Personals und die damit verbundene Umorganisation des Flugplans nicht immer sogenannte außergewöhnliche Umstände dar, wie der EUGH in zwei Urteilen vom 04.10.2012 (C-22/11) und 17.04.2017 (C-195/17) entschied. Nicht zuletzt muss die Fluggesellschaft zweifelsfrei nachweisen, dass sie alle zumutbaren Maßnahmen unternommen hat, um den Flugausfall und die Verzögerung zu vermeiden bzw. zu minimieren.

    Es lohnt sich folglich insgesamt nicht nur bei Personalstreiks am Flughafen als Fluggast seine Rechte geltend zu machen, da in vielen Fällen Anspruch auf Entschädigung besteht.

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