Nachhaltiges Fliegen: Ferne Zukunftsmusik oder bald Wirklichkeit?

Sind das Fliegen und der ökologische Fußabdruck miteinander kombinierbar?

Reisen mit dem Flugzeug - sollten wir lieber darauf verzichten? pixabay
Inhaltsverzeichnis
    Immer mehr Menschen haben ein schlechtes Gewissen, was sie ihrer Umwelt mit einem Flug in den Urlaub eigentlich antun. Darauf verzichten möchten aber doch die Wenigsten. Welche Maßnahmen wirklich etwas bringen würden, lesen Sie hier:

    Konstante Buchungszahlen trotz anhaltenden Klimaschutz-Debatten

    Greta Thunberg, die schwedische Klimaaktivistin, ist seit längerem in aller Munde und immer mehr Menschen beginnen, sich über ihren eigenen ökologischen Fußabdruck Gedanken zu machen. Vielleicht geht es Ihnen da ähnlich: Sie fliegen liebend gern in den Urlaub - je weiter desto besser - und möchten darauf ehrlich gesagt auch nicht verzichten. Auf der anderen Seite fühlen Sie sich regelrecht schlecht, weil es ständig heißt, der Flugverkehr sei der Klima-Killer Nummer 1. Damit sind Sie nicht allein. Die Buchungszahlen der Fluggesellschaften beweisen, dass Kunden von Jahr zu Jahr mehr Flüge buchen. Aber was ist dran an der „Klima-Killer“-Aussage und wie könnte Fliegen ökologisch nachhaltiger werden?

    Der Luftverkehr macht knapp 3 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen aus

    Der Luftverkehr wächst und die Angst vieler Menschen diesbezüglich ebenfalls. Dabei macht der komplette Luftverkehr, laut einem Klimaschutz-Portal, weltweit nur 2,69 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes aus. Damit wollen wir die Tatsache, dass dies natürlich auch zum Klimawandel beiträgt, nicht verharmlosen. Jedoch stimmt es einfach nicht, dass der Flugverkehr der Klima-Killer Nummer 1 ist. Energieerzeugung und Produktionsstätten der Stahlverarbeitung verursachen beispielsweise deutlich mehr CO2-Emissionen. Trotzdem steht zur Zeit der Luftverkehr im Fokus. Hierbei wird stark über die Einführung einer Kerosin-Steuer diskutiert.

    Eine Kerosin-Steuer hätte eher negative Auswirkungen auf die Bilanz

    Die gewünschte Einführung einer nationalen Kerosin-Steuer bzw. eine europaweite Einschränkung der CO2-Abgabe würde das Klima nicht schützen. „Klimaschutz im Luftverkehr muss international umgesetzt werden“, sagt der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) und appelliert an eine politische Weichenstellung. Würden nämlich die Kerosin-Preise nur in Europa angehoben werden, würden die Fluggesellschaften ihre Maschinen in anderen Ländern voller tanken als nötig und durch schwerere Maschinen mehr CO2 ausstoßen als normal. Außerdem ist eine Steuerbefreiung für den Mineralölverbrauch seit 1944 durch das Chicagoer Abkommen von der ICAO (International Civil Aviation Organization) festgelegt und kann nicht so einfach übergangen werden.

    Der Einsatz von Bio-Kerosin als sinnvolle Alternative?

    Boeing, General Electric und das Sustainable Bioenergy Research Consortium in Abu Dhabi haben seit einigen Jahren eine Versuchsanlage gestartet. Hierbei wurde CO2-neutrales Kerosin aus dem Öl der Salicornia-Pflanze gewonnen. Das daraus gewonnene Bio-Kerosin wurde bereits erfolgreich auf einem Kurzstreckenflug getestet. Eine weitere Möglichkeit, die ebenfalls einen Testflug bestanden hat, wurde von dem Start-up LanzaTech durchgeführt. Sie haben eine Methode entwickelt, die Emissionen aus den Chemiefabriken und Stahlerzeugern auffängt und das Erzeugnis in Bio-Ethanol umwandelt. Daraus kann wiederum Bio-Kerosin hergestellt werden. Das Problem bei beiden Lösungen ist, dass die Erzeugung und Nutzung einfach zu teuer sind.

    Ohne Investitionen kein Fortschritt - weitere Alternativen und deren Nachteile

    Die Herstellung von CO2-neutralem Kerosin ist sehr langwierig und kostenintensiv. Um Fluggesellschaften dazu zu motivieren, Bio-Kerosin einzusetzen, müsste dies subventioniert und Abgaben für die CO2-Emission erhöht werden. Die Beimischung von Ökosprit reduziert zwar die Emissionen, allerdings muss auch dieser erst einmal gewonnen werden, was auch nicht wirklich umweltfreundlich ist. Palmöl wäre beispielsweise auch eine Möglichkeit. Dieses wird in Gebieten des Regenwaldes angebaut, wo dieser dem Anbau von Palmöl weichen muss - ebenfalls wenig umweltfreundlich. Als weitere, preisintensive Alternative könnten Flugzeuge mit reinem Elektro-Antrieb herhalten. Schließlich funktioniert das Prinzip E-Motor bereits. Allerdings stellt sich hierbei die Frage, wie Energie entsteht und wie Batterien später entsorgt werden.

    Wie kann ich meinen ökologischen Fußabdruck trotzdem verbessern?

    Wie Sie sicher festgestellt haben, wird ein ökologisch nachhaltiges Fliegen in absehbarer Zukunft erst einmal nicht möglich sein. Um seinen ökologischen Fußabdruck in dieser Hinsicht minimieren zu können, müsste auf Flugreisen verzichtet werden. Bei Inlandsreisen macht es durchaus Sinn, auf die Bahn umzusteigen. Für Ziele auf anderen Kontinenten gestaltet es sich natürlich dann schon schwieriger.

    Wer umweltbewusster reisen will, aber nicht auf das Reisen mit dem Flugzeug verzichten kann oder möchte, kann seine Flugreise nun „relativieren“. Für diesen - leider nur kurzfristigen Lösungsansatz fernab der Bereiche Technik und Forschung - gibt es so genannte Kompensationsanbieter. Hier können Sie die Distanz Ihres Start- und Endflughafens eintragen und sich die dabei entstandene CO2-Belastung anzeigen lassen. Durch einen dementsprechenden Betrag können Sie dann Klimaschutzprojekte, wie Beispielsweise das Aufforsten, unterstützen. Durch eine Bindung würden die entstandenen Gase rechnerisch auf Null gesetzt werden. Diese Möglichkeit verhindert zwar keinen Ausstoß von Treibhausgasen, ist aber immer noch besser, als keine Kompensation.

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