Qantas: Neue Risse in Boeing 737 NG entdeckt

Trotz Wartungscheck: Weitere Flugzeuge mit Haarrissen

Wegen Haarrissen im Rumpf eines Jets musste Qantas 33 Flugzeuge des Typs Boeing 737 NG zur Inspektionen schicken. pixabay
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    Nach einem halben Monat tauchen neue Haarrisse bei Boeing 737 NGs auf. Diesmal bei der Airline Qantas. War die letzte Kontrolle nicht gründlich genug?

    Boeing 737 NG – Wird auch dieses Modell zum Problemfall?

    Mitte Oktober 2019 verbreitete sich die Nachricht, dass viele ältere Flugzeuge des Typs Boeing 737 NG Haarrisse an wichtigen Strukturteilen im Rumpf aufweisen würden. Die amerikanische Billigfluggesellschaft Southwest Airlines hatte als Erste die Risse an ihren Jets bemerkt. Es wurden sofort weltweit alle relevanten Flugzeuge aus dem Verkehr gezogen und Reparaturen angeordnet. Anfang November wurden nun weitere, neue Risse an denselben Bauteilen bei einer unbekannten chinesischen Airline und bei der australischen Airline Qantas entdeckt. Wie kann das sein, wenn doch angeblich alle älteren Maschinen, die von den Rissen betroffen gewesen sein könnten, vor knapp drei Wochen repariert worden sind? Vorrangig hat es damit zu tun, dass die amerikanische Flugaufsichtsbehörde FAA ursprünglich nur Inspektionen für Maschinen angeordnet hatte, die mehr als 30.000 Starts und Landungen hinter sich hatten. Die Maschinen mit den neu entdeckten Haarrissen haben jedoch bisher nur ca. 22.600 Flugbewegungen hinter sich. Mit anderen Worten: Die FAA hatte die Grenze, welche Jets für eine Inspektion in Frage kommen, zu hoch angesetzt. Dadurch waren ihnen beschädigte Flugzeuge durch die Lappen gegangen.

    Qantas reagiert schnell und transparent auf Haarrisse

    Nachdem Qantas die erste Maschine mit weiteren Haarrissen entdeckte, zog sie sofort alle Maschinen, die ebenfalls ungefähr 22.000 Flugbewegungen hinter sich haben, aus dem Verkehr und schickte sie zur Inspektion. Insgesamt 33 Jets hat Qantas so zur erneuten Reparatur und Wartung geschickt. Nach Angaben des australischen Ingenieursverbandes sollen Risse an einer weiteren Maschine entdeckt worden sein. Daher forderte der Verband die Fluggesellschaft dazu auf alle Flugzeuge von Boeing untersuchen zu lassen. Das würde bedeuten, alle 77 Boeing-Jets zu grounden. Qantas reagierte ablehnend und gereizt auf die Forderung der Ingenieure.

    Derzeit müssen weltweit insgesamt 50 Boeing 737 NG am Boden bleiben. Unter anderem ist auch wieder die Fluggesellschaft Southwest Airlines mit zwei Flugzeugen betroffen. Außer einer hohen Belastung des Materials sind noch keine konkreten Gründe für die Risse an den Bauteilen gefunden worden, die branchenintern auch „Pickle Fork“ genannt werden. Das heißt übersetzt „Gürkchengabel“ und bezieht sich auf die Form der Bauteile, die einer Gabel für Gewürzgurken ähnelt.

    Sind Europäische Airlines auch vom Boeing 737 NG-Grounding betroffen?

    Aktuell befinden sich auch in den Flotten von Ryanair, TUIfly und SunExpress die besagten Modelle von Boeing. Grund zur Sorge bestehe jedoch nicht, da einerseits Ryanair Flugzeuge deutlich jünger sind und daher noch nicht so viele Flüge hinter sich haben, wie beispielsweise die Jets von Southwest oder Qantas. Die Fluggesellschaften TUIfly und SunExpress hingegen mussten ihre Maschinen zum Teil zu Inspektionen schicken, können aber inzwischen Entwarnung geben. Keine der Maschinen sei von Haarrissen betroffen gewesen.

    Die erneut nötigen Inspektionen setzen Boeing als Konzern weiter zu wie feine Nadelstiche. Der amerikanische Flugzeughersteller bemüht sich zwar aktuell intensiv um eine vorbildliche Haltung, indem er die Kontrollen und Untersuchungen nach Kräften unterstützt. Trotzdem muss sich das Luftfahrtunternehmen im Fall der 737 MAX-Modelle immer noch unangenehmen Fragen stellen. Zuletzt musste sich Boeing-CEO Muilenberg vor dem US-Parlament für die Konstruktionsfehler und die unlauteren Zulassungsmethoden der 737 MAX verantworten. Er räumte ein, dass das Unternehmen viele Fehler gemacht habe und sich dessen bewusst sei.

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